iPeople
← Zurück zum Blog

Aktualisiert am

LinkedIn-Ghostwriter in Deutschland: Preise, Modelle und worauf du achten solltest

LinkedIn-Ghostwriter in Deutschland
Foto von Vitaly Gariev · Unsplash

Wer „LinkedIn-Ghostwriter Deutschland“ sucht, findet Freelancer, Personal-Branding-Agenturen, internationale Plattformen und viele Preisangaben, die sich widersprechen. Die ehrliche Antwort zuerst: Eine verlässliche Preisliste für den deutschen Markt gibt es nicht. Der Preis hängt fast vollständig vom Modell ab – und davon, wie viel Abstimmung, Strategie und Freigabeschleifen darin stecken.

Dieser Artikel ordnet die Modelle, nennt die Größenordnungen, die öffentlich kursieren, und zeigt, worauf du im deutschsprachigen Raum zusätzlich achten solltest: Anrede, Impressum, Datenschutz.

Wer in Deutschland einen LinkedIn-Ghostwriter sucht

Die typischen Auftraggeber sind Menschen, deren Geschäft von Vertrauen lebt und die keine Zeit zum Schreiben haben:

  • Selbstständige Berater und Interim-Manager, für die LinkedIn der wichtigste Kanal für neue Mandate ist.
  • Geschäftsführer im Mittelstand, die sichtbar sein wollen, ohne dass daraus ein zweiter Job wird.
  • Kanzleien und Steuerberater, bei denen jeder Satz auch fachlich stimmen muss.
  • Führungskräfte in Konzernen, oft mit Abstimmung durch die Kommunikationsabteilung.

Für alle gilt: Der Ghostwriter schreibt, aber der Name unter dem Beitrag ist ihrer. Das bestimmt, was ein gutes Angebot ausmacht.

Die drei Modelle und was sie kosten

Freelance-Ghostwriter

Abgerechnet wird pro Beitrag oder als Monatspauschale für eine feste Zahl von Beiträgen. Öffentliche Preisübersichten – meist von Anbietern aus dem englischsprachigen Raum und in US-Dollar – nennen für Freelancer Spannen von etwa 500 bis 4.000 US-Dollar im Monat, je nach Erfahrung und Umfang (Übersicht bei MagicPost). Das ist eine grobe Orientierung, kein deutscher Marktdurchschnitt. Das Magazin OMR hat schon 2022 beschrieben, dass gefragte Ghostwriter ihre Preise deutlich anheben (OMR: LinkedIn-Ghostwriter werden immer gefragter).

Stärke: eine Person, die dich kennt. Schwäche: Urlaub, Krankheit oder ein größerer Kunde, und deine Beiträge stehen still.

Agentur

Agenturen verkaufen meist Pakete aus Strategie, Texten, Grafik und Reporting. Die Monatspreise liegen entsprechend höher, oft im vierstelligen Bereich. Dafür bekommst du ein Team und mehr Verlässlichkeit. Der Nachteil: Je mehr Menschen an deinen Texten arbeiten, desto schwerer bleibt der Ton bei dir.

Strukturierter Dienst

Die dritte Kategorie verbindet eine redaktionelle Planung mit Software, die Entwürfe in deinem Ton vorbereitet. iPeople gehört dazu: Die Themen der Woche entstehen aus deinen Quellen, die Entwürfe schreibt eine KI auf Basis deiner eigenen Texte, und du gibst jeden Beitrag frei. Die Pläne beginnen bei 29 € im Monat. Stärke: Kontinuität zu einem Bruchteil der Kosten. Grenze: Wer ein persönliches Interview pro Beitrag braucht, ist bei einem Freelancer besser aufgehoben.

Die Vergleichsgröße: deine eigene Zeit

Bevor du Angebote vergleichst, lohnt eine einfache Rechnung. Ein guter LinkedIn-Beitrag kostet beim Selberschreiben je nach Übung 30 bis 90 Minuten: Thema finden, schreiben, kürzen, noch einmal lesen. Bei drei Beiträgen pro Woche sind das rund zwölf im Monat und damit etwa zehn Stunden. Multipliziere das mit deinem Stundensatz, und du hast die Zahl, an der sich jedes Angebot messen lassen muss.

Für die meisten Berater liegt diese Zahl deutlich über dem, was ein Ghostwriter kostet. Der eigentliche Engpass ist aber selten das Geld, sondern die Regelmäßigkeit: Wer selbst schreibt, hört in der ersten vollen Woche auf.

Was den Preis wirklich treibt

Vergleiche Angebote nicht nur nach der Zahl der Beiträge. Diese Punkte machen den Unterschied:

  • Abstimmung: Gibt es ein Gespräch pro Beitrag, pro Monat oder gar keins?
  • Freigabeschleifen: Wie viele Korrekturrunden sind enthalten?
  • Strategie: Bekommst du einen Themenplan oder nur Texte?
  • Formate: Bilder, Karussells, Umfragen kosten bei vielen Anbietern extra.
  • Branche: In Recht, Steuern und Finanzen muss jeder Satz fachlich geprüft werden. Das braucht Zeit, und Zeit kostet.

Was im deutschsprachigen Raum dazukommt

Du oder Sie. Klär vor dem Start, wie du auf LinkedIn sprichst. Ein Ghostwriter, der in Berlin für Startups schreibt, duzt automatisch; deine Mandanten im Mittelstand vielleicht nicht. Mehr dazu im Beitrag über Tonalität auf LinkedIn.

Impressum. Wer sein Profil geschäftlich nutzt, unterliegt in Deutschland in der Regel der Impressumspflicht nach § 5 DDG – auch auf LinkedIn, das dafür ein eigenes Feld anbietet (eRecht24: Impressum auf LinkedIn). Ein Ghostwriter kümmert sich in der Regel nicht darum. Prüf es selbst, bevor du sichtbarer wirst.

Datenschutz. Wenn dein Ghostwriter Kundennamen, Projektdetails oder andere personenbezogene Daten verarbeitet, gehört das vertraglich geregelt, typischerweise mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Frag danach, bevor du Material weitergibst.

Zugangsdaten. Gib dein LinkedIn-Passwort nicht weiter. Die Nutzungsbedingungen von LinkedIn sehen vor, dass du dein Konto nicht teilst. Besser ist ein Ablauf, bei dem du selbst freigibst und über eine offizielle Schnittstelle veröffentlicht wird.

Künstlersozialabgabe. Unternehmen, die regelmäßig selbstständige Texter beauftragen, sollten prüfen, ob die Künstlersozialabgabe anfällt. Das ist eine Frage für die Steuerberatung, aber besser vorher gestellt als bei der Betriebsprüfung.

Fünf Fehler bei der Auswahl

  1. Nach dem Preis pro Beitrag entscheiden. Ein billiger Beitrag, den du dreimal umschreibst, ist teuer.
  2. Kein Probetext. Lass dir zwei, drei Beiträge zu deinem Thema schreiben, bevor du unterschreibst.
  3. Den Ton nicht vorgeben. Ohne deine Texte als Vorlage entsteht der Durchschnitt aller LinkedIn-Beiträge.
  4. Zu lange Vertragslaufzeiten. Drei Monate reichen, um zu sehen, ob es passt.
  5. Keine Freigabe vor der Veröffentlichung. Nichts sollte unter deinem Namen erscheinen, das du nicht gelesen hast.

Checkliste vor dem Vertrag

  • Wie entstehen die Themen – aus meinen Quellen oder aus einem allgemeinen Ideenpool?
  • Wie wird mein Ton erfasst?
  • Wer gibt frei, und wie schnell?
  • Was passiert bei Urlaub oder Krankheit des Schreibenden?
  • Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
  • Wie kann ich kündigen?

Fazit

Der richtige LinkedIn-Ghostwriter ist der, dessen Modell zu deinem Alltag passt: viel persönliche Abstimmung beim Freelancer, ein Team bei der Agentur, Kontinuität zu geringen Kosten bei einem strukturierten Dienst. Wie viel Aufwand Regelmäßigkeit überhaupt bedeutet, steht im Beitrag wie oft du auf LinkedIn posten solltest. Den direkten Vergleich der Modelle findest du in DIY, Ghostwriter, Agentur oder Managed Service und in iPeople vs Freelance-Ghostwriter.

Häufige Fragen3 Fragen

Was kostet ein LinkedIn-Ghostwriter in Deutschland?

Eine verlässliche Preisliste für den deutschen Markt gibt es nicht. Freelancer rechnen pro Beitrag oder als Monatspauschale ab, Agenturen meist mit Monatspaketen im höheren dreistelligen bis vierstelligen Bereich, strukturierte Dienste wie iPeople beginnen bei 29 € im Monat. Am Ende entscheidet, wie viel Abstimmung und Strategie im Preis steckt.

Muss mein LinkedIn-Profil ein Impressum haben?

Wenn du das Profil geschäftlich nutzt, in Deutschland in der Regel ja: Nach § 5 DDG gilt die Impressumspflicht auch für geschäftliche Social-Media-Profile. LinkedIn bietet dafür ein eigenes Feld. Im Zweifel klärt das eine Anwältin oder ein Anwalt.

Sollte ich meinem Ghostwriter meine LinkedIn-Zugangsdaten geben?

Besser nicht. Die Nutzungsbedingungen von LinkedIn sehen vor, dass du dein Konto nicht mit anderen teilst. Sicherer ist ein Ablauf, bei dem du die Beiträge selbst freigibst und über eine offizielle Schnittstelle veröffentlichst.